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Geschichte des Sozialministeriums
Der riesenhafte Bau mit seinen nahezu dreitausend Fenstern wurde 1909 - 1913 für die KuK Armee Österreich-Ungarn, einer der sechs Großmächte des alten Europas als letztes der großen Ringstraßengebäude errichtet, als das alte Gebäude des Hofkriegsrates "Am Hof" längst zu klein geworden war.
In einem Wettbewerb der bedeutendsten Architekten wurde schließlich Ludwig Baumann beauftragt, die Pläne zu entwerfen. Feldmarschalleutnant Josef Edler von Ceipek begann an der Spitze der Militärbauverwaltung den Neubau. Den Baublock von 326.000 Kubikmeter verbauten Raumes bezogen im Mai 1913 über zweitausend Offiziere und Beamte der Heeresverwaltung. Als fünf Jahre später die Donaumonarchie verschwand und die vielen Zimmerfluchten leer standen, brachte man verschiedene Ministerien darin unter.
Der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 machte dieser Verwendung ein Ende und das XVII. Armeekorps der deutschen Wehrmacht bezog mit seinen Ämtern alle Räume. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, schlug eine Fliegerbombe schräg in einen der neun Höfe, ohne sonderlichen Schaden anzurichten. Erst in den Kampftagen des April 1945 vernichtete ein Großbrand alles Brennbare. Stahlbetondecken zerrissen, viele Kilometer an Rohrleitungen schmolzen. In einem Hoftrakt war Munition eingelagert. Ihre Explosion vollendete das Vernichtungswerk.
Regierungsgebäude nach dem 2.Weltkrieg
Aber schon 1952 konnte der Riesenbau dank der Arbeit des Sohnes des einstigen Erbauers, Ministerialrat Eugen Ceipek, neuerlich bezogen werden. Die pompösen Kuppenaufbauten von einst sind verschwunden. Ruhiger wirkt das erneute Regierungsgebäude, in dem wie vor 1938 Bundesministerien untergebracht sind.
Nur die Soldatenköpfe über den Fenstern des Erdgeschosses erinnern an die kriegerische Vergangenheit.
Heute beherbergt der neobarocke Komplex mehrere Ministerien.
Dem bronzenen Doppeladler mit seiner Flügelspannweite von 16 m wurde die Kaiserkrone abgenommen. Und am Giebel wurden die Worte "Si vis pacem, para bellum" (wenn du den Frieden willst, so rüste zum Kriege) ausgekratzt.
Radetzky Reiterstatue
Erschaffen von Kaspar von Zumbusch und G. Niemann 1892.
Die Reiterstatue des Johann Joseph Wenzel Graf Radetzky befand sich zuerst auf dem Platz "Am Hof" vor dem ehemaligen Kriegsministerium. Die Reliefs von Hans Bitterlich zeigen links Radetzky beim Kriegsrat im Kreise seiner Generäle und rechts umjubelt von Soldaten der verschiedenen Waffengattungen der KuK Armee Österreich-Ungarn. An der Vorderseite sind über dem Doppeladler Grillparzers Worte "In deinem Lager ist Österreich" zu lesen.
Johann Joseph Wenzel Graf Radetzky von Radetz
Geboren am 2.November 1766 in Trebnitz (Böhmen). Gestorben am 5. Jänner 1858 in Mailand (Italien).
Johann Joseph Wenzel Graf Radetzky von Radetz war ab 1794 hoher Offizier in den Kriegen gegen Frankreich (Napoleon), für die Völkerschlacht von Leipzig 1813 entwarf er den Schlachtplan.
1848/49 war er Oberbefehlshaber der österreichischen Truppen, die den Aufstand der Italiener gegen die österreichische Fremdherrschaft niederschlugen.
Ihm zu Ehren komponierte Johann Strauß, der Vater des Walzerkönigs, den Radetzkymarsch.
Stubenring
Der Stubenring ersetzte das Stubentor und die Stubenbastei, welche ab 1857 geschliffen wurden.
Sein Name leitete sich von den dort befindlichen Badestuben ab, wo die Menschen in hölzernen Wannen badeten und mit Hilfe von Gießkannen duschten.




