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Hundstorfer: „Arbeitslosigkeit sinkt in fast allen Kategorien“
„Krise abgeschwächt, aber nicht vorbei“
„Der Trend am Arbeitsmarkt ist erstmals seit Beginn der Wirtschaftskrise positiv. Bei Männern, Frauen, Jungen, Älteren, Langzeitarbeitslosen und in allen Bundesländern sinken erstmals wieder die Arbeitslosenzahlen. Es gibt weniger Lehrstellensuchende, mehr offene Lehrstellen und die offenen Stellen steigen zudem stark.", informierte heute Sozialminister Rudolf Hundstorfer über die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt. Für eine generelle Entwarnung sei es aber noch zu früh. „Ich freue mich über die positive Entwicklung, aber sage gleich dazu: Die Krise ist noch nicht ausgestanden", so Hundstorfer.
Erstmals seit Beginn der Krise sinkt die Gesamtzahl an Arbeitslosen und SchulungsteilnehmerInnen (-7.225) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres.
Insgesamt waren im Juni 212.753 Menschen arbeitslos, das bedeutet einen Rückgang von 16.850 Arbeitslosen bzw. ein Minus von 7,3 Prozent. 71.857 Personen waren in Schulungen des AMS, ein Plus von 9.625 Personen bzw. 15,5 Prozent.
Zwtl.: Steigende Beschäftigung
Die erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung liegt an der steigenden Beschäftigung: Mit einem Plus von 32.000 konnte der viert stärkste Beschäftigungsanstieg des letzten Jahrzehnts verzeichnet werden. Nur in den Jahren der Hochkonjunktur (2006-2008) war der Beschäftigungsanstieg höher.
Auch die Zahl der offenen Stellen liegt mit knapp 34.000 um mehr als ein Viertel (plus 26,1%) über dem Vorjahr.
Zwtl.: LeistungsbezieherInnen werden wieder zu BeitragszahlerInnen
Die höhere Beschäftigung und die geringere Arbeitslosigkeit tragen auch erheblich zur Budgetsanierung bei:
Erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik macht arbeitslose LeistungsbezieherInnen zu beschäftigten BeitragszahlerInnen.
„Selbst wenn im 2. Halbjahr die Arbeitslosigkeit monatlich um 2.000 Personen steigt, wird es um 40.000 Arbeitslose weniger geben als bei der Budgeterstellung angenommen wurde.
Damit wird das Defizit um 250 bis 300 Mio. geringer sein als budgetiert wurde", erläutert der Sozialminister.
Zwtl.: Die Arbeitsmarktzahlen im Detail:
- Die Männerarbeitslosigkeit (-11,6 %) sinkt stärker als die Frauenarbeitslosigkeit (-1,7 %), weil die männerdominierte Industrie von der Krise stärker betroffen war, sich nun aber auch stärker erholt.
- Die Jugendarbeitslosigkeit sinkt überdurchschnittlich (-10,1 %) - hier wirken v.a. Maßnahmen der Bundesregierung wie die Ausbildungsgarantie und die Aktion Zukunft Jugend.
- Der Lehrstellenmarkt erholt sich langsam: Lehrstellensuchende: minus 2 %, offene Lehrstellen: plus 4,6 %.
- Die Erholung erreicht nun auch Ältere: Die Arbeitslosigkeit bei den über 50-jährigen geht um 1,2 % zurück.
- Langzeitarbeitslose: minus 0,9 % - durch intensive Bemühungen des AMS (SÖB, GBPs, Aktion 4000, verstärkte Eingliederungsbeihilfen) gelingt es auch schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Branchen
In der Industrie gehen die Arbeitslosenzahlen zurück: Warenherstellung (-27,9 %) und Arbeitskräfteüberlassung (-16,6 %)
aber auch Bau (-8,8 Prozent), Handel (-3,4 Prozent) und Tourismus (-1,8 %) sind positiv.
Eine steigende Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen ist auch Folge des anhaltenden Booms dieser Branche. Es zeigt sich, dass dieser Sektor für manchen doch nicht der richtige Bereich gewesen ist.
Bundesländer:
In allen Bundesländern sinkt die Arbeitslosigkeit, am stärksten in der Steiermark (-16,9%) gefolgt von Salzburg (-16,4%). Aber auch in Niederösterreich (-4,4%) und Wien (-0,8%) sinkt die Arbeitslosigkeit bereits.
Die Statistik Austria veröffentlicht heute erstmals ihre Schnellschätzung (Eurostatquote) für das erste Quartal. Mit einer Arbeitslosenquote von 4,4% und einem durchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit von April bis Juni um 5,9% bestätigt sie die erfreulichen Daten. Eurostat veröffentlicht morgen die Mai-Zahlen.
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